Wie funktioniert eigentlich… Eiskunstlauf?

Eiskunstlauf-Wettbewerbe finden in den Diszplinen Einzel (Männer/Frauen), Paarlauf und Eistanz statt. Bei Einzel- und Paarlauf gibt es jeweils zwei Durchgänge.

1. Kurzprogramm: Hier prüft die Jury die technischen Fähigkeiten der Athleten. Die Eiskunstläufer müssen acht vorgegebene Elemente in hoher Geschwindigkeit vortragen. Das Programm darf nicht länger als 2:50 Minuten dauern. Zudem müssen die Elemente in komplexen Kombinationen dargebracht werden.

2. Kür: Die Elemente in der Kür können die Läufer frei wählen. Damit wird ihr künstlerisches Talent geprüft. Bei der Ausführung der Elemente soll die gesamte Eisfläche genutzt werden. Die Paare führen die Figuren entweder synchron oder spiegelverkehrt aus. Die Kür dauert bei Männern und Paaren 4:30 Minuten, bei Frauen 4:00 Minuten. Bestnoten bekommen die Läufer für Verbindunsschritte in verschiedenen Posen zwischen den Elementen.

Bewertung

Die Jury besteht aus zwölf Preisrichtern und einem Technikspezialisten der angibt ob ein Element erfolgreich ausgeführt wurde. Zwei Schiedsrichter überwachen den korrekten Ablauf des Wettbewerbs.

Jedes Element hat einen bestimmten Grundwert der in der Werteskala festgelegt ist. Jedes Jurymitglied bewertet die Ausführung der Elemente zwischen -3 bis +3. Aus den Wertungen der Jury pickt ein Computer zufällig neun  heraus. Davon werden das höchste und niedrigste Urteil gestrichen (ähnlich wie beim Skispringen). Aus den verbliebenen sieben Wertungen errechnet der Computer einen Mittelwert, das ist die Gesamtpunktzahl der Läufer.

Dieses System wurde 2004 neu eingeführt, nachdem es 2002 bei den olympischen Spielen in Salt Lake City zu einem Wertungsskandal gekommen war. Beim neuen System werden die Wertungen der einzelnen Richter nicht mehr bekannt gegeben.

Eis

Beim Eiskunstlauf ist das Eis wärmer als üblich, die Temperatur wird konstant auf -5,5 Grad gehalten. Wärmeres Eis ermöglicht weichere Landungen, ist schneller und die Läufer gleiten besser.

Elemente

Sprünge werden von der Spitze oder von der Kante abgesprungen. Die Läufer drehen sich mehfach in der Luft und landen rückwärts. Für Pirouetten brauchen die Läufer Schnelligkeit: Je mehr Drehungen desto besser. Pirouetten sollten auf einem Punkt ausgeführt werden, dafür ist eine hohe Körperbeherrschung notwendig. Bei Spiralen nimmt der Mann die Frau an der Hand und führt sie in Drehbewegungen um sich herum. Die Frau berührt das Eis höchstens mit einem Fuß. Die anspruchsvollste und gefährlichste Form ist die Todesspirale, wo sich die Frau nur Zentimeter über dem Eis befindet.

Eistanz

Er besteht aus dem Pflichttanz, der von der International Skating Union (ISU) ausgewählt wird, dem Originaltanz (Rhythmus wird von ISU vorgegeben, die Läufer müssen auf Betonungen in der Musik tanzen) und dem frei wählbaren Kürtanz. Pflicht und Originaltanz werden in traditionellen, engen Tanzhaltungen wie z.B. der Walzerhaltung vorgeführt. Der Herr führt Dame in engem Kontakt. Die Tänzer dürfen sich nur kurz voneinander lösen. Eistanz ist vor allem in Großbritannien sehr beliebt.

Bewertet werden der gemeinsame Vortrag vorgeschriebener Elemente und die Interpretation der Musik. Es gibt wie beim Eiskunstlauf Punkte für den Schwierigkeitsgrad und die Qualität der Ausführung. Für nicht erlaubte Elemente und fehlerhafte Interpretationen oder Rhythmusfehlern werden Punkte abgezogen.

Voraussetzungen

Eistänzer wie Eiskunstläufer brauchen einen guten Gleichgewichtssinn für Hebungen. Außerdem ist enorm viel Kraft notwendig: Die Athleten sind bei ihren Programmen oft so schnell unterwegs wie Eisschnellläufer. Für viele schwierige Elemente nacheinander benötigen die Läufer eine gute Technik, ausgereifte Fußarbeit, perfekte Koordination, sowie enorm viel Ausdauer.

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